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Apple legt vor: Safari 4.0 mit Turbo Boost in den Browserkampf
15. Juni 2009 | Beitrag erstellt von Heinz Mostert
Apple hat die neue Version seines Web-Browsers Safari bereit gestellt. Darin hat der Hersteller eine Reihe von Neuerungen umgesetzt und auch etliche Sicherheitslücken aus den Vorversionen beseitigt.
Innerhalb der ersten drei Tage wurde der neue Safari 4-Browser bereits elf Millionen mal heruntergeladen, davon mehr als sechs Milionen Downloads der Windows-Version.
Laut PC Welt führt Apple in den Sicherheitshinweisen zu Safari 4.0 insgesamt 48 Sicherheitslücken der Vorversionen auf, die der Hersteller beseitigt hat. Allein 33 davon betreffen WebKit, den HTML-Renderer, auf dem Safari ebenso aufbaut wie Google Chrome.
Der Turbo: Die JavaScript-Engine Nitro
Nach Herstellerangaben ist der Safari der schnellste Browser auf dem Markt. Basierend auf der Nitro JavaScript Engine, die JavaScript acht mal schneller ausführen soll als der Internet Explorer 8 von Microsoft. Auch HTML-Seiten sollen ca. drei mal schneller geladen werden als im IE8 und im Firefox 3. Dafür (ver)braucht der neue Safari aber auch ziemlich viel Arbeitsspeicher.
Safari 4 setzt auch auf die neusten Internetstandards und unterstützt HTML 5, Offline-Technologien und verbesserte CSS-Effekte (CSS 3). Das sind zwei Internet-Sprachen, die in Zukunft wichtig werden können: Web-Anwendungen sind so in der Lage, Inhalte zu speichern, auch wenn die Internet-Leitung unterbrochen ist.
Der Browserkampf wird härter
Internet Explorer 8, Firefox 3.5, Google Chrome 2.0, Opera 9.6 etc. und jetzt Safari 4 – der PC User hat viel Auswahl.
Im Browserbenchmark hat der neue Safari klar die Nase vorn. Safari 4 hat als erster fertiger Browser den Acid3-Kompatibilitätstest mit 100 Punkten bestanden. Die aktuelle Vorab-Version von Opera 10 sowie Chrome 2.0 schaffen dieses Wertungsergebnis zwar ebenfalls, allerdings mit kleinen Schönheits-
fehlern. Firefox 3.5 (Beta) erreicht dagegen nur 96 von 100 Punkten.
Dafür ist der Mozilla-Browser bereits seit der zweiten Beta für das Touchzeitalter gerüstet - genau wie der Safari 4, der unter anderem ein Zoomen durch Multitouch-Gesten unterstützt.
Die Funktionen des Safari 4
Der neue Browser besticht natürlich wieder durch das Design, einige der neuen Funktionen sind aber bereits von der Konkurrenz bekannt. In der Suchleiste etwa werden automatisch Begriffe von Google vorgeschlagen, was bereits Browser wie Mozillas Firefox umsetzen. Auch nicht neu ist die automatische Vervollständigung von Adresszeilen. Das Seiten-Zoomen, mit dem sämtliche Elemente einer Seite vergrößert dargestellt werden, beherrschen ebenfalls andere Webbrowser.
Top Sites: Nutzer erhalten mit «Top Sites» eine visuelle Vorschau häufig besuchter Webseiten in einer 3D-Ansicht. Als Darstellungsoption stehen 3 Zoomstufen zur Auswahl.
Cover Flow: Suchen im Verlauf oder in den Lesezeichen wie beim Durchblättern von Alben-Covern in iTunes. Dabei werden die Bilder der jeweiligen Startseiten angezeigt.
Tabs on Top: Überarbeitetes Tabbed-Browsing mit einfachen Drag-and-Drop-Verwaltungsmöglichkeiten sowie einem Button zum Anlegen neuer Tabs für die Symbolleiste. Zieht man zum Beispiel eine der Registerkarten aus dem Fenster heraus, öffnet sich diese in einem neuen Browserfenster.
Full History Search: Durchsucht Überschriften, Web-Adressen oder komplette Texte kürzlich besuchter Webseiten, um schnell und einfach zu diesen Webseiten zurückzukehren.
Smart Address Field: Komplettiert automatisch URLs, in dem es Vorschläge aus der Liste besuchter Top Sites, Lesezeichen und Verlauf anzeigt.
Smart Search Field: Anwender können ihre Suche mit Google Suggest oder um kürzlich gesuchte Begriffe verfeinern;
Full Page Zoom: Stellt Webseiten vergrössert dar, ohne einen Qualitätsverlust bei der Auflösung zu haben.
Fazit:
Mit der neuen Browser-Version steigert Apple die Attraktivität von Safari enorm.
Bleibt abzuwarten, ob sich die Machtverhältnisse auf dem Browsermarkt in Zukunft weiter verändern und wie die User auf das immer breitere Angebot an Browsern reagieren.
Doch solange Mozilla fleißig an der Weiterentwicklung des Firefox arbeitet und weiterhin nützliche Add-Ons zur Verfügung stehen, wird so schnell kein eingefleischter PC-User den bisherigen Browser wechseln.
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