Unterwegs ohne Stadtplan, Reiseführer, Stadtmagazin? Dann pack dein Mobiltelefon aus und Du bekommst (fast) alle Informationen, die Du brauchst. Das ist keine Science Fiction. Das ist Realität - genauer: "augmented reality".
"Augmented Reality" ist, wenn uns Hilfsmittel mehr zeigen, als die Natur hergibt. Die Funktionsweise ist einfach: Die reale Welt wird gefilmt, und auf dem Bildschirm legt eine Software zusätzliche Informationen über das Filmbild der Umgebung. In den modernen Smartphones ist alles drin, was es braucht: eine Kamera, ein GPS-Empfänger, ein Rechner und ein Bildschirm.
Das mobile Internet machts möglich
Du bist in London und möchtest wissen, wie Du zum Buckingham Palace kommst. Dein iPhone sucht Dir die nächste U-Bahn-Station inklusive der richtigen Verbindung heraus, zeigt dir wo es langgeht, gibt dir die wichtigsten Informationen zum Gebäude vorab und macht dir nebenbei noch Vorschläge, wo Du anschließend Essen gehen kannst.
Später sitzt Du in einem Straßencafe. Du siehst jemanden mit einer coolen Jacke. Ein Griff zum Mobiltelefon, ein Foto, ein Klick startet das Handyprogramm "Amazon mobile". Die Applikation vergleicht das Foto mit der Datenbank des Onlinehändlers und findet heraus, wo es die Jacke gibt und was sie kostet. Ein weiterer Klick, schon ist sie bestellt und wenig später geliefert.
Wahrscheinlich kann das Handy schon bald den RFID-Chip eines Produktes lesen und sich die passenden Informationen von einer Website ziehen. Communities können im mobilen Web spontan und unkompliziert aufeinander reagieren: Sie können jederzeit feststellen, welche Freunde und Mitglieder des Netzwerkes sich in einem Club oder Restaurant in der Umgebung aufhalten und welche Locations gerade besonders empfehlenswert sind.
Ein paar ausgewählte Anwendungen:
Layar
Layar stellt auf dem Handy-Browser lokale Informationen dar
Layar blendet beispielsweise Infos zur geografischen Position auf dem Livebild der Kamera ein und erlaubt über eine API das Einbinden verschiedener Datenquellen. Wird die Umgebung mit der Handykamera abgefilmt, zeigt ein Radar auf dem Display die Entfernung zu interessanten Orten an. Sucht der Nutzer etwa nach Häusern, die zum Verkauf stehen, werden ihm diese mit Bild und Kaufpreis angezeigt, sobald er das Handy in die Richtung hält.
Layar Browser im Einsatz:
Wikitude
Wikitude bezieht Informationen aus Wikipedia und Qype
Wikitude legt Umgebungsinformationen über das reale Bild der Handykamera. Mittels GPS und digitalem Kompass werden Position und Blickrichtung erkannt und in Echtzeit passende Informationen aus der Wikipedia-Datenbank abgerufen. Durch das Mashup wird es so möglich, mobil immer einen umfangreichen Reisebegleiter zur Hand zu haben.
Über die Homepage wikitude.me kann jeder Nutzer eigene Geotags als POIs hinzufügen.
Wikitude macht Sightseeing:
Mobeedo
Mobeedo weiß was ich will
Der Browser zeigt Informationen auf Basis von GPS-Daten auf dem Handydisplay.
Auf den ersten Blick sieht das aus wie bei Google-Maps, die Karte auf dem Handy zentriert sich automatisch an der eigenen Position und richtet sich korrekt aus. Der Nutzer steht also immer im Mittelpunkt.
Aber die Anwendung kann mehr, sie zeigt dem User was er finden möchte. Die Software errechnet aus den Parametern Ort, Uhrzeit und Bewegungsgeschwindigkeit, welche Informationen eingeblendet werden.
Bewegt man sich beispielsweise auf einen Bahnhof zu, erscheint der aktuelle Fahrplan inklusive Verspätungen.
Eine Community soll helfen und Inhalte liefern. Empfiehlt jemand zum Beispiel ein Restaurant oder auch eine Sehenswürdigkeit, dann können diese Infos über die Web-Seite eingetragen werden. Alle anderen User sehen das nun auf ihrem Handydisplay. Jeder kann diese Zusatzinfos ergänzen oder verändern, ähnlich wie bei Wikipedia.
Mehr Infos unter mobeedo.com
Kooaba
Kooaba erkennt Bilder
Kooaba hat eine Bilderkennungssoftware für Handys entwickelt, beispielsweise für Filme oder CDs. Du fotografierst mit deinem Handy ein Filmplakat, ein CD-Cover oder eine Automobil-Werbeanzeige und erhälst in Sekundenschnelle Informationen über das Objekt.
Beispielsweise den Trailer des Films, das YouTube-Video der Band, Informationen zum Auto, aber auch den Link zum Online-Shop, in dem Konzert- oder Kinokarten verkauft werden. So werden Objekte plötzlich zu Verkaufsflächen.
Mehr Infos unter kooaba.com
Beoble.me
Wo bist Du?
Bei Beoble.me können Nutzer jederzeit feststellen, welche Freunde und Mitglieder des Netzwerks in der Nähe und welche Bars und Restaurants in der Umgebung empfehlenswert sind. Sie können untereinander telefonieren, mailen und neue Mitglieder kennenlernen, ohne dabei Handynummern oder ähnliche Daten auszutauschen.
Mehr dazu bei Beoble.me
Brightkite
Wo sind meine Freunde?
Ein ähnliches Angebot wie Beoble.me bietet Brightkite. Dort nehmen Freunde Fotos auf und posten, wo sie gerade sind und was sie machen. Das Display zeigt das von der Handykamera aufgenommene Bild der Stadt. Farbige Punkte deuten genau auf die Stellen, wo die Freunde sich aufhalten. Diese Punkte lassen sich anklicken und die zugehörigen Postings erscheinen.
Dies eröffnet natürlich noch andere Möglichkeiten. Auf die gleiche Weise lassen sich beispielsweise in einem Immobilienportal Mietwohnungen finden, in einem Online-Reiseführer Hotels oder alle Twitterer im Umkreis.
Mehr dazu unter brightkite.com
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